25.11.2009
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Volksabstimmung in der Schweiz: Sag „Ja!” zum Minarettverbot
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Aus Anlaß der Verschleierungstaktik des Aschaffenburger Rathauses in Sachen Moscheebau mit Minarett in der Fürther Straße, hier Auszüge aus dem aktuellen Schweizer Argumentarium zur Volksabstimmung für ein Minarettverbot:
„Kulturrelativisten sehen nicht, dass sie, indem sie nichtwestliche Kulturen skrupulös
von ihrer Kritik ausnehmen, die Träger dieser Kulturen in ihrer Rückständigkeit
einzementieren. Dies geschieht mit den besten Absichten, aber wie bekannt ist der
Weg zur Hölle mit guten Absichten gepflastert. Es handelt sich um Rassismus in
Reinform.“ (Ayaan Hirsi Ali)
Minarette werden von weiten Teilen der Bevölkerung als Symbol der Etablierung des Islams
und der definitiven Niederlassung seiner Vertreter gesehen. Hierbei geht es wohl weniger um
Religionen, denn um Zivilisationen, die unserer aufgeklärten, vor allem aber säkularen und
individualistischen Gegenwartskultur eine rückständige, fundamentalistische, mittelalterliche
Lebensweise und Kultur entgegensetzt.
Ein Minarettverbot soll ganz klar keine Personenkritik an islamischen Glaubensangehörigen
sein, sondern eine Sachkritik; das Thema Islam muss sich auf einer sachlichen,
unaufgeregten und wohlüberlegten Ebene diskutieren lassen.
Das Minarett bringt einen Anspruch zum Ausdruck.
Von einer religiösen Minderheit wie den Muslimen darf verlangt werden, aus Rücksicht auf ein nachbarschaftliches Miteinander, auf die alteingesessene, christlich-abendländisch geprägte Bevölkerung und Kultur und im Bemühen um Ausgleich und Toleranz auf eine umstrittene Bauweise zu verzichten. Es kann nicht angehen, dass sich die Bürger im eigenen Land fremd fühlen.
Kirchenleute - aber keineswegs nur sie - glauben zudem besonders gerne an die These, in
Europa sei ein europäischer Islam im Anmarsch, der säkular und demokratisch sei und die
Menschenrechte komplett verinnerlicht habe. Sofern diese Stufe noch nicht ganz erklommen
sei, könne man - dies ist kirchlicherseits eine gnadenlose Selbstüberschätzung - in dieser
Hinsicht Entwicklungshilfe leisten.
Anders sind die Ansichten kritischer Muslime wie Bassam Tibi. Er warnt die Europäer vor einem in Europa sich ausbreitenden Islam. „Europa steht vor der Wahl, den Islam zu europäisieren oder islamisiert zu werden. Deutsche Politiker schlagen den falschen Weg ein, wenn sie dem Islam den Status einer "Kirche" einräumen.“
Die deutsche Islamwissenschaftlerin Prof. Dr. Ursula Spuler-Stegemann schreibt dazu: „Die
christliche Kirche als sakrales Bauwerk dient ausschliesslich religiösen Riten wie
Gottesdiensten, Taufen und Eheschliessungen. Die Moschee aber ist schon seit
Muhammads Zeiten auch der Ort politischen und wirtschaftlichen Agierens, und es ist
innerislamisch durchaus umstritten, ob sie überhaupt als „Sakralbau“ gelten kann.“ In
fundamentalistischen Moscheen sind politische Agitationen dementsprechend keine
Seltenheit. Dahinter steht das allgemeinislamische Konzept, dass „Staat und Religion“ (dîn
wa daula) stets eine unauflösliche Einheit darstellen sollen. Der Kultusraum ist unbestritten;
jedoch hat der Staat laut Bundesverfassung, Art. 50 Abs. 2, den religiösen Frieden zu
garantieren. Diese Symbolik stimme so nicht mehr und sei nicht mehr haltbar, behauptet
hingegen der Zürcher Orientalistikprofessor Andreas Kaplony: «Im Mittelalter galt das
Minarett als Wahrzeichen für die Eroberung und Kontrolle von Gebieten»7, heute seien
Minarette einfach da, „um Präsenz zu markieren“. Eine Begründung, weshalb sich die
Einstellung der Muslime zum Minarett geändert haben soll, liefert er allerdings nicht.
Der Mangel an Bereitschaft, sich mit den negativen und intoleranten Seiten des Islam
auseinander zu setzen, seinem Expansionsdrang, Antisemitismus, der Frauenfeindlichkeit,
dem Mangel an Freiheit, der ihm innewohnt, wahrzunehmen, ist erschreckend, aber breit
angesiedelt. Insbesondere Feministinnen und prinzipiell politische Gruppierungen, welche
sich der Sache der Frauen, der Menschenrechte, der Gewalt gegen Schwächere,
Ausländeranliegen und sozialen Fragen annehmen, ignorieren genau jene Phänomene des
Islam bzw. der muslimischen Bevölkerung, welche sie sonst mit Verve bekämpfen.
Islamfreunde greifen daher beim Thema Islam moralisch an, wo mit Sachverhalten nicht zupunkten ist. Sie halten sich selbst für tolerant, weltoffen und vorurteilsfrei und beanspruchen
für sich moralischen Überlegenheitsstatus und leiten daraus ab, einen ihren Ansichten
widersprechenden oder widerlegenden Standpunkt als moralisch fragwürdig oder gar
rassistisch, diskriminierend und Ressentiments schürend abzuwerten, damit dieser Position
dieselbe Ablehnung entgegenschlägt wie dem tatsächlichen Rassismus und Extremismus.