NPD Kreisverband Aschaffenburg/Miltenberg - Die soziale Heimatpartei

18.09.2008

Lesezeit: etwa 2 Minuten

Droht dem Freistaat nach Lehman-Insolvenz neuer Schaden?

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Einen Tag nach der Insolvenz der zweitgrößten amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers rätseln Politik und Kreditwirtschaft immer noch über die möglichen Auswirkungen dieser Pleite auf die deutsche Wirtschaft.

Sicher ist bislang nur, daß wieder einmal der Freistaat Sachsen von dieser neuerlichen Verschärfung der Kreditkrise direkt betroffen sein könnte.

Hintergrund: Die drei stark risikobehafteten Zweckgesellschaften Ormond Quay, Georges Quay und Sachsen Funding I der SachsenLB Europe wurden Ende Juni 2008 in die Zweckgesellschaft „Sealink Funding Limited“ mit Sitz in Dublin und einem Gesamtkapital von 17.3 Mrd. Euro überführt. Die Verwaltung übernahm die US-Investmentbank Lehman Brothers, die die Papiere analysieren und möglichst bis zur Endfälligkeit halten und aus den Überschüssen der Papiere bezahlt werden sollte. Da Lehman Brothers am gestrigen Tag Insolvenz anmelden mußte, ist unklar, wie nun die Verwaltung der „Sealink Funding Limited“ erfolgen soll.

Dr. Johannes Müller äußerte heute dazu:

„Die SachsenLB scheint auch im Zuge ihres Abwicklungsprozesses von einem Fettnäpfchen ins nächste zu tapsen. Die Auslagerung der stark ausfallgefährdeten außerbilanziellen Dubliner Engagements in einer neuen Zweckgesellschaft namens „Sealink Funding Limited“ war eigentlich schon immer nur eine Augenwischerei, da die ganzen schlechten Risiken ja nach wie vor bei der SachsenLB verblieben waren. Nun ist dieser fragwürdigen Mega-Zweckgesellschaft nach der Insolvenz von Lehman auch noch der Verwalter abhanden gekommen und es stellt sich die Frage, wie sich dies auf den Abwicklungsprozeß der SachsenLB auswirken wird.

Zudem könnten der „Sealink Funding Limited“ und dem für sie bürgenden Freistaat durch die Lehman-Insolvenz neue Verluste drohen. Nach Angaben von Professor Dirk Schiereck von der TU Darmstadt ist es nach der Insolvenz von Lehman Brothers nun wahrscheinlich, daß der große Anleihenbestand des Instituts verkauft wird, um Ansprüche der Gläubiger zu erfüllen. Da Lehman Brothers einer der größten globalen Anleihenhändler war, könnten nach Angaben von Schiereck nun Anleihen im Wert von 50 bis 60 Milliarden Euro auf den Markt kommen. Schiereck hält es für wahrscheinlich, daß das damit einhergehende Überangebot einen erneuten Kurssturz im Bereich der kreditbesicherten Anleihen herbeiführen wird. Dies wiederum würde nicht zuletzt die „Sealink“-Fonds Ormond Quay, Georges Quay und Sachsen Funding I treffen, deren Portfolios vorwiegend aus derartigen Wertpapieren bestehen und die bei einem weiteren Kurssturz dieser Anlageklasse nochmals eine beträchtliche Minderung ihrer Restwerte hinnehmen müßten.

Eine solche Entwicklung würde insbesondere den Freistaat als Bürgen der Risiko-Fonds der SachsenLB treffen, der bis zu einer Summe von 2,75 Milliarden Euro für die SachsenLB-Verluste geradestehen muß.

Das Szenario einer massiven Inanspruchnahme Sachsens aus der Bürgschaft ist nach der Lehman-Insolvenz deutlich wahrscheinlich als vorher geworden.

Ich werde in den nächsten Tagen einige Kleine Anfragen an die Staatsregierung stellen, um mehr über die nun sichtbar gewordenen neuen Risiken in Erfahrung zu bringen.“

Dresden, den 16.09.2008

Arne Schimmer
Pressesprecher der NPD-Fraktion im Sächsischen Landtag

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